Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4

Die richtigen Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 zu finden ist gar nicht so einfach. Welche Einstellungen sich für den jeweiligen Piloten als die richtigen erweisen, kann sich selbstverständlich von Nutzer zu Nutzer unterscheiden, denn am Ende haben unterschiedliche Filmemacher natürlich unterschiedliche Vorlieben und Vorstellungen davon, wie ihr Material aussehen soll. Dieser Beitrag versteht sich deshalb auch nicht als unumstößliches Regelwerk, sondern eher als Erfahrungsbericht und Erklärungsversuch, warum ich mit den hier vorgeschlagenen Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 filme. Auf geht’s! (Diesem Artikel liegt die App-Version 2.8.2 zu Grunde)

1. Automatisch oder manuell?

Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4

Der Himmel war hier eigentlich überbelichtet, wurde aber nachbearbeitet.

Die erste Frage, die man sich nach dem Auspacken in Bezug auf die Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 stellen muss, lautet: Will ich mein Material professionell aufnehmen und bearbeiten oder reicht mir die Automatikfunktion der Kamera (sowohl im Foto- als auch im Videomodus)? Möchte man sich keinen Kopf um Kameraeinstellungen, mögliches Zubehör und Postproduktion der Aufnahmen machen, kann man die DJI Phantom 4 getrost im Auto-Modus der Kamera durch die Lüfte surren lassen und braucht diesen Artikel an dieser Stelle auch nicht weiter zu lesen. Die Kamera wird Werte wie ISO oder Belichtungszeit automatisch anpassen und auch Einstellungen in Sachen Schärfe oder Kontrast sind festgelegt. Man kommt so zu schnellen, oftmals nicht mal unbedingt schlechten Ergebnissen. Will man aber die volle Kontrolle über seine Shots und den Kreativprozess haben, sollte man tunlichst die Finger vom Auto-Modus der Kamera lassen. In diesem Falle wird es ab jetzt interessant! 😉

2. Grundlegende Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4

Im Menu der DJI Phantom 4, welches euch über das von euch benutzte mit der Fernsteuerung verbundene Mobilgerät oben rechts angezeigt wird, lassen sich folgende Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 bearbeiten: Video Size, Videoformat, NTSC/PAL, White Balance, Style und Color. Gehen wir sie Punkt für Punkt in von mir gewichteter Reihenfolge durch.

NTSC/PAL: Als erstes solltet ihr euch fragen: Wo bin ich? Und zwar in Bezug auf den auszuwählenden Farbübertragungsstandard NTSC versus PAL. Auf der Landkarte sind die PAL-/NTSC-Regionen schön abgebildet. Sucht euch euren Markt bzw. Standort heraus und wählt den entsprechenden Standard. In Deutschland setzt ihr die Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 also auf PAL.

Weltkarte in PAL und NTS aufgeteilt. Quelle: Wikimedia Commons, (CC BY-SA 3.0)

Was unterscheidet nun PAL von NTSC? Ich will nicht zu technisch werden und für den Webeinsatz, für den vermutlich die meisten Drohnenpiloten Videomaterial aufzeichnen, ist es auch nicht soooo wichtig, ob PAL oder NTSC ausgewählt ist. Nur so viel: NTSC stand lange für schlechtes analoges amerikanisches TV-Bild im Vergleich zum in Europa verbreiteteren schöner anzusehenden PAL. Für uns als Drohnenflieger ist vielleicht wichtiger, dass sich der „Ami-Standard“ NTSC auf die Bildfrequenz (s. unten) auswirkt, da unter NTSC abweichende Auswahlmöglichkeiten in diesem Bereich bestehen. Kurz: Lebt ihr in Europa, dann nehmt PAL und werdet glücklich! 😀

Video Size: Fast wichtiger als die Auswahl der Auflösung eures Videos ist die Bildfrequenz, mit der ihr filmt. Sie ist in fps, also frames per second angegeben. Unter PAL könnt ihr diese, je nach gewählter Einstellung der Auflösung, von 24 Bildern pro Sekunde bis zu 120 Bildern pro Sekunde variieren. Die größte Auswahl in Sachen fps habt ihr aktuell, wenn ihr in Full HD, also 1080P (1920 x 1080 Pixel) filmt. Ob ihr lieber mit weniger Frames oder mit mehr filmt, hängt auch von der Art des Materials ab. Wollt ihr tolle Zeitlupen aufnehmen, ist eine hohe Framerate sinnvoll, das sie euch mit mehr Einzelbildern versorgt. Generell gilt: Je höher die Bildrate, desto weicher der Schwenk. Bedenkt man aber, dass große Kinoproduktionen heute immer noch mit 24 Bildern pro Sekunde geschossen sind, dann relativiert sich der etwaige Drang, dauernd mit 120 Bildern pro Sekunde filmen zu wollen vielleicht ein wenig. Ich persönlich filme mein Material mit 25 Bildern pro Sekunde. 30fps können aber natürlich auch nicht schaden. Welche Bildfrequenz ihr auswählt hat übrigens auch noch einmal Auswirkungen auf eure Belichtungszeit – also Wert merken, dazu kommen wir gleich noch!

Welche Auflösung (HD bis 4K [UHD-2]) ihr am Ende wählt, hängt davon ab, was ihr mit dem Material vorhabt und vielleicht auch davon, wie schnell und groß eure Speicherkarte ist. Den tollsten Umfang hat natürlich 4K (UHD-2) mit 4096 x 2160 Pixeln. Dafür zieht das natürlich auch schnell eure SD Karte und am Ende auch eure Festplatte voll. Ich persönlich filme meist in Full HD (1080P), da ich mein Material oft mit Material aus einer DSLR kombiniere, die ebenfalls in Full HD und im Dateiformat .mp4 aufzeichnet (s. unten).

Es gibt aber auch Argumente, die für 4K sprechen: Zum einen kann ich das Material „croppen“, also in der Porstproduktion noch zuschneiden. Beispiel: Ein in 4k gefilmter Flug hat auf Grund seiner hohen Pixelzahl einen weiten Bildausschnitt, den ich nachträglich sozusagen mit einem „2K-Förmchen“ noch „ausstechen“ kann. Der Bildausschnitt wird enger und ich habe immer noch ein Video in guter Qualität (dann eben nur noch 2k statt 4k). Außerdem kann es sinnvoll sein 4k zu filmen und das Material in der Postproduktion auf 2k runterzurechnen, um den Moiré-Effekt zu vermindern oder gar ganz zu vermeiden. 4k ist gilt nämlich als weniger anfällig für dieses Phänomen als 2k. Ein Runterrechnen auf 2k ergbit aber nur Sinn, wenn man in den Punkten Color und Style ein „flaches“ Bilderzeugt (s. unten), da von der Kamera bereits übermäßig geschärftes Material beim Runterrechnen den Moiré-Effekt erst erzeugen kann, den wir ja eigentlich mit 4k und nachträglichem Runterrechnen auf 2k vermeiden wollen. Ob ihr letztendlich auf 4k geht, hängt wie schon oben erwähnt auch von der Größe und Geschwindigkeit eurer Speichermedien ab (sowohl Speicherkarte als auch Festplatte am Rechner). Tolles Material in 4k aufzuzeichnen bringt euch wenig, wenn euer Rechner am Ende zu langsam ist, die Datenflut zu verarbeiten 😀

Zu beachten ist im Übrigen, das gewisse Bildfrequenzen nur entweder im PAL- oder HTSC-Standard auswählbar sind. Möchte ich (wie von mir präferiert) 25 Bilder pro Sekunde in HD aufnehmen, muss ich PAL auswählen. NTSC „kann“ nämlich nur 24 Bilder pro Sekunde. (HD in Kombination mit PAL: 24, 25, 48, 50 und 120 fps; HD in Kombination mit NTSC: 24, 30, 48, 60, 120 fps)

Video Format: Eure DJI Phantom 4 kann im .mov- oder .mp4-Format aufzeichnen. Nehmt einfach das Format, mit dem euer Schnittprogramm am besten klarkommt. Beide basieren auf Apples QuickTime-Format. Ich persönlich benutze das .mp4-Format und postproduziere es mit Adobe Premiere Pro. Grundsätzlich gibt es hier kein besseres oder schlechteres Format. Nehmt, was ihr mögt und eurem Workflow entspricht – die Qualität ist die gleiche!

White Balance: Wollt ihr die volle Kontrolle beim Weißabgleich, dann Finger weg vom AWB (Automatic White Balance)! Eure Phantom-Kamera möchte hier im Grunde von euch wissen, welche Farbtemperatur das Licht, in dem sie filmt/fotografiert, besitzt. Diese Info braucht die Kamera, um anhand von weißen Flächen die korrekten Farben ihrer Umgebung wiederzugeben. Als Presets stehen Sunny (sonniges Wetter), Cloudy (bewölkt), Incandescent (Glühlampenlicht) und Neon(-röhrenlicht) zur Verfügung. Wählt man hier das richtige Preset zur aktuellen Lichtsituation, fährt (oder besser: fliegt) man meiner Meinung schon ganz gut. Unter Custom kann der Kelvin-Wert auch noch direkt von 2000K (~Warmweiß) bis 10.000K (~Kaltweiß) eingestellt werden. Wenn ihr euch gut mit Kelvinwerten auskennt, dann stellt hier direkt den gewünschten ein. Andernfalls orientiert euch am aktuellen Wetter und den entsprechenden Presets. Wenn ihr mit dem Weißabgleicht geringfügig danebenlagt, kann in der Postproduktion durchaus auch noch nachgebessert werden.

In manchen Fällen kann es evtl. sinnvoll sein, tatsächlich im AWB-Modus zu schießen, z.B. wenn sich die Lichtverhältnisse ständig ändern (Sonne kommt zwischendurch ständig zwischen den Wolken hervor und verschwindet innerhalb des Shots immer wieder). Letztendlich gebt ihr dann aber die Kontrolle über euer Bild an die Kamera ab – und eigentlich wollt ihr das doch nicht, oder?

Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4

Symbole für Schärfe (1), Kontrast (2) und Sättigung (3) im Menu.

Style: Jetzt wird es interessant: Im Bereich Style gibt es vordefinierte Werte von Standard über Landscape bis Soft. Außerdem gibt es die Möglichkeit, über Custom seine eigenen Werte zu definieren. Was hier in meinen Augen wirklich blöd gelöst ist: Die Symbole, deren Werte man einstellen kann, sind nicht benannt und erklären sich leider auch nicht unbedingt von selbst.  Die Symbole von links nach rechts stehen für: Sharpness (Schärfe), Conrtast (Konstrast) und Saturation (Farbsättigung) (s. Bild).

Wollt ihr ein Bild erzeugen, dass euch die volle Bandbreite der Postproduktion ermöglicht, dann muss euer Ziel sein, ein möglichst flaches (flat) Bild aufzuzeichnen. Das klingt natürlich erst mal wenig sexy und sieht im Bildschirm eures Mobilgerätes leider auch erst mal ebenso unsexy aus. Was dieses „flache“ Bild aber für euch leistet ist folgendes: Die Kamera nimmt so Bereiche auf, die sie mit von vornherein aufgepumptem Kontrast oder Sättigung nicht wahrnimmt. In der Postproduktion habt ihr dann mehr kreativen Freiraum und könnt das vorhandene Material in verschiedene Richtungen hin bearbeiten.

Ich persönlich schieße in der Custom-Einstellung mit Schärfe auf -2, Kontrast auf -3 und Sättigung auf -2. Diese Einstellung solltet ihr aber nicht als in Stein gemeißeltes Dogma verstehen. Schaut am besten selber wie „flach“ ihr euer Material haben wollt. Generell würde ich bei allen drei Werten zu einer Einstellung kleiner als 0 raten.

Color: In diesem Menupunkt findet man diverse Farbschemen, die man der Kamera sozusagen überstülpen kann. Insgesamt sind es elf Einstellungen, die ich jetzt nicht einzeln durchgehen werde. Und zwar aus folgendem Grund: Wollt ihr die Kontrolle über euer Bild in der Postproduktion behalten, dann wählt am besten D-Log aus und vergesst alle anderen Vorgaben. Das Log-Format transportiert nämlich die meisten Informationen in Bezug auf Farbe bzw. auf den Dynamikumfang. Alle anderen Presets beeinflussen die Farbgestaltung in unterschiedlichem Maße. Wenn man beispielsweise direkt Schwarzweiß filmen will, kann man natürlich in den Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 „Black White“ auswählen. In der Postproduktion bringt euch aber nichts in der Welt die Farbe zurück, falls ihr hinterher doch feststellt, dass überflogene rastende Flamingos in knallrosa doch irgendwie cooler ausgesehen hätten.

3. Kameraeinstellungen im Flug

Über die Taste mit den angedeuteten Schiebereglern unten rechts in eurer App lassen sich zu guter Letzt noch die „klassischen“ Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 einstellen. Da die DJI Phantom 4 eine feststehende Blendenzahl von 2,8 und einen Fokus bei „unendlich“ besitzt, können wir hier schon mal nichts einstellen. Ebenso steht auch die Brennweite bei 20 mm, was laut DJI einem Format von 35 mm entspricht. Wechsellinsen gibt es nicht, also brauchen wir uns hier auch nicht den Kopf zu zerbrechen.

Bleiben also noch ISO und Shutter (Verschlusszeit). Fangen wir mit der Verschlusszeit an. Eine goldene Regel der Filmerei besagt, dass der Zahlenwert für die Verschlusszeit (unter’m Bruchstrich) doppelt so hoch sein soll wie der Wert der Bildfrequenz. Filme ich also mit 25 Bildern in der Sekunde (25fps), setze ich meine Belichtungszeit auf 1/50. Filme ich mit 30 Bildern, dann geht’s beim Wert für die Belichtungszeit „hoch“ auf 1/60 usw. Mit dieser Formel erhält man knackigere Bilder und vermeidet Bewegungsunschärfen. Natürlich kann man diese Unschärfen auch als bewussten Effekt einsetzen. Wenn euch das aber zu hoch ist, dann merkt euch einfach die Faustregel  „Wert der Bilder pro Sekunde zieht doppelten Wert bei der Belichtungszeit unter’m Bruchstrich nach sich“. (Merke: Eine Belichtungszeit von 1/50 ist länger als eine Bleichtungszeit von 1/60, auch wenn der Zahlenwert größer ist – Bruchrechnung und so!)

Ist meine Belichtungszeit derart festgelegt, kann ich natürlich nur noch über den ISO-Wert (steht eigentlich für die International Organization for Standardization) die Lichtempfindlichkeit regeln. Für’s Drohnenfliegen und generell für’s Filmen gilt hier natürlich: Je kleiner die mögliche ISO-Zahl, desto besser. Hohe ISO-Zahlen verursachen schließlich Bildrauschen. Deshalb würde ich persönlich nur unter Protest bei der DJI Phantom 4 mit der ISO-Zahl höher als 400 gehen.

4. Nötiges Zubehör: Neutraldichtefilter

ND-Filder DJI Phantom 4.

Verschiedene ND-Filter und Originalabdeckung (ganz vorne) zum Aufschrauben.

Wenn ihr jetzt hingegangen seid und einige (oder alle) meiner (nennen wir es mal) Empfehlungen für die Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 an eurer Drohne eingestellt habt, werdet ihr feststellen: Das Bild wird ganz schön hell! Besonders wenn ihr in den Optionen die „Zebras“ (Warnung bei Überbelichtung) eingeschaltet habt (was ich empfehlen würde), werdet ihr merken, dass die Drohne schnell an ihre Grenzen kommt, was die Lichtempfindlichkeit angeht. Die relativ geringe Blendenzahl von 2,8 und die Tatsache, dass wir mit einer Drohne logischer Weise fast immer unter offenem Himmel fliegen und filmen, das Fluggerät also fast immer dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist, verschärft unser „Problem“ natürlich noch weiter.

Die Lösung sind so genannte ND-Filter, die von DJI selber in den Stärken 4, 8 und 16 angeboten werden und die man einfach vor die Kameralinse der Phantom 4 schrauben kann. Die Filter gibt es auch von freien Anbietern in anderen Stärken, ich persönlich benutze aber die „originalen“ von DJI.

ND-Filter sorgen dafür, dass weniger Licht auf die Linse trifft, sind im Idealfall homogen neutralgrau eingefärbt und beeinflussen deshalb die Farbwiedergabe nicht. Kurz gesagt: ND-Filter ermöglichen kleine Blendenzahlen bei hoher Lichteinstrahlung. Ein ND 4 -Filter lässt beispielsweise nur noch 25 Prozent, ein ND 8-Filter nur noch 12,6 Prozent und ein ND 16-Filter nur noch 6,3 Prozent des Lichtes durch. Für unsere Drohne mit relativ geringer Blendenzahl bei vergleichsweise kurzer Verschlusszeit sind ND-Filter zur Gewährleistung eines „knackigen“ Bildes also ideal!

 

Meine persönlichen Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 im Überblick:

  1. Auflösung: 1920 x 1080 Pixel, 25 Bilder pro Sekunde
  2. Videoformat: MP4, PAL
  3. Style: Custom (Schärfe auf -2, Kontrast auf -3 und Sättigung auf -2)
  4. Color: D-Log
  5. ISO: 100, Shutter: 50

 

Viel Spaß beim in die Luft gehen! Vielleicht ja jetzt mit neuen Videoeinstellungen für die DJI Phantom 4 😉

 

23 Kommentare
  1. Stefan Neudeck
    Stefan Neudeck sagte:

    Lieber Kollege,

    sehr schöner Artikel! Bitte erlaube mir jedoch folgende Anmerkungen:

    a)
    Die von DJI (und auch von anderen Kameraherstellern) gewählte Menübezeichnung PAL/NTSC ist irreführend (genau genommen sogar Unfug!) und führt zu falschen Schlüssen – so auch bei Dir:

    PAL und NTSC definieren in der Analogwelt in der Tat den Farbübertragungsstandard für Fernsehübertragungen in Standard Definition. In der digitalen Welt gibt es weder das eine noch das andere, bei HD sowieso nicht.

    Der Menüpunkt hat lediglich Einfluss auf die Auswahlmöglichkeit verschiedener Aufnahmefrequenzen: In der Einstellung NTSC werden bevorzugt 60Hz-kompatible Bildfrequenzen (z.B. 24 / 30 / 60 FPS) angeboten, bei PAL sind es die eurooäischen Normfrequenzen (25 /50). Einen sonstigen Einfluss auf Farbe und Kontrast besteht nicht.

    b)
    Die Aussage “ 30fps können aber natürlich auch nicht schaden“ halte ich zumindest für bedenklich. Es ist meiner Einschätzung nach immer zweckmäßig, gerade dem Gelegenheitsfilmer zu einer den jeweiligen Normen entsprechenden Vorgehensweise zu raten. Wenn man das Thema Zeitlupe außen vor lässt, und von Europa ausgeht, heißt das 25 FPS (50 FPS geht auch, ist aber auf Grund der Vollbilder schon nicht mehr so ganz in der Norm). Problematisch ist zum Beispiel der Zusammenschnitt mit anderweitigem Kameramaterial oder auch die Ausgabe auf DVD oder Blu-Ray. Beides kann bei nicht normgerechten Bildfrequenzen zu (Ruckel-) Problemen führen, die durch den Gelegenheitsanwender kaum zu beseitigen sind.

    Beste Grüße
    Stefan Neudeck

    PS: Mit Deinen persönlichen Vorgaben zur Einstellung bin ich absolut konform – das macht Sinn.

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Hallo Stefan!
      Danke für den Input! 🙂
      In beiden Fällen hast Du recht. Ich hab ja auch geschrieben, dass die Auswahl PAL oder NTSC für den Webeinsatz nicht ausschlaggebend ist.
      Dass sich NTSC bzw. PAL auf die frames per seconds asuwirkt, habe ich ja auch beschrieben 🙂
      In Bezug auf „30 fps können auch nicht schaden“ ging es mir lediglich darum undogmatisch zu sein 🙂 Vielleicht ist „schaden“ unglücklich formuliert, wenn Du Ruckler als „Schaden“ definierst (was man absolut tun kann).
      Ansonsten freue ich mich, mit meinen Einschätzungen in Deinen Augen ganz gut wegegekommen zu sein 😉

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  2. Oli Bornhauser
    Oli Bornhauser sagte:

    Hallo Christian

    Ich bin Neo Phantom Besitzer (hab die 3A). „Fliegen als solches geht mittlerweile schon ganz ok.
    Gerade am einfach möchte ich mich langsam an das Fluggerät antasten, da es doch nicht mehr nur ein Spielzeug ist und natürlich auch ganz viel Geld einfach so am Himmel herumfliegt.

    So langsam aber sicher möchte ich mich nun der Filmerei, resp. den Fotos wagen. Dein Bericht war wirklich sehr hilfreich. Ich freue mich ein paar deine Ratschläge heute Nachmittag im praktischen umzusetzen.

    Herzlichen Dank für den wirklich tollen Bericht.

    Gruss aus Basel, Oli

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Hallo Oili,
      vielen Dank für den netten Kommentar! 🙂
      Hoffe Du hattest heute einen guten Flug. Kann ja mal berichten, ob mein Artikel den Praxistest bestanden hat 😉
      Viele Grüße
      Christian

      Antworten
  3. Kilian
    Kilian sagte:

    Danke für deinen lesenswerten Beitrag! Ich würde mich über eine Vertiefung der Informationen (und deiner Erfahrungen) zum Thema Farbprofie (DLOG, CinceLOG) freuen..

    Antworten
  4. Haike Strate
    Haike Strate sagte:

    Hallo Christian….danke….gut und ohne „schnick-schnack“ die wichtigsten Infos….sehr hilfreich 🙂

    viele Grüße

    Haike

    Antworten
  5. Florian Ziereis
    Florian Ziereis sagte:

    Servus,
    Habe gerade einen P4P gekauft.
    Kann man sich eigentlich beim P4P die ND Filter sparen, da ich ja die Blende zusätzlich schließen kann?

    Oder reicht das an hellen Tagen immer noch nicht? Konnte es noch nicht testen.

    Gruß Flo

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Hi Flo!
      Ich würde immer zu ND Filtern raten, damit bist Du einfach flexibler in Deinen Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann vielleicht sagen, dass das Nutzen von ND Filtern bei der Pro aufgrund der verstellbaren Blende nicht mehr ganz so wichtig wäre, wie bei der normalen P4, bei der man meiner Meinung ohne gar nicht auskommt. Aber Du willst ja auch bei der P4 Pro nicht immer mit einer völlig geschlossenen Blende filmen/fotografieren. Sobald Du bei hellstem Sonnenlicht beispielsweise im Schnee filmst, wirst Du sehr dankbar sein, wenn Du ein paar ND Filter im Koffer hast 😉
      LG
      Christian

      Antworten
  6. Rainer Meschkat
    Rainer Meschkat sagte:

    Sehr aufschlussreiche und nützliche Beiträge!
    Ich bin kurz davor die Phantom 4 Pro / Pro+ zu bestellen. ich interressiert, ob die Kamera auch separat ohne Fluggerät benutzt werden kann, z. B. an einer langen schwenkbaren Stange. Gibt es da bitte Hinweise?
    Ansonsten werde ich alle Ausführungen als künftiger Überflieger gerne ausprobieren. Danke.
    Rainer Meschkat

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Hallo Rainer,
      die Kamera lässt sich auch aktivieren, wenn die Drohne nicht fliegt. Du kannst also am Boden filmen oder die Drohne in die Hand nehmen. Ich selbst habe schon öfters aus der Hand gefilmt, das ist kein Problem. Allerdings schleppst Du dann halt sowohl die Drohne als auch die Fernsteuerung mit Dir rum.
      Was also nicht geht ist die Kamera separat zu benutzen, sie also von der Drohne/dem Gimbal abzumachen.
      Früher, als die Phantoms noch mit GoPro-Kameras ausgestattet waren, konnte man diese natürlich von der Drohne abmachen. Heute, wo die Kamera fest an der Drohne montiert ist, geht das nicht mehr.
      Wenn es Dir wichtig ist, die Kamera getrennt von der Drohne zu betreiben, dann schau Dir mal die „Karma“ von GoPro an 🙂
      —> https://de.shop.gopro.com/EMEA/karma

      Antworten
  7. mbloh
    mbloh sagte:

    Auch ich fand deinen Artikel als Neueinsteiger in Bezug auf die P4P sehr hilfreich. Ich komme aber eher aus dem Foto/Video-Lager und war daher was die Bildeinstellungen anbelangt schon informiert.

    Kannst du auch mal was zu den Dateigrößen der aufgenommenen Videos sagen. Bei meiner P4P wird ein File immer nur max. 4,09 GB groß bevor selbständig ein neues File geschrieben wird. Kann man das verlängern, bzw. warum gerade diese Dateigröße. Zunächst dachte ich, dass das mit dem FAT32 zusammenhängt. Da die Drohne aber auch bei einem in exFat formatierten micro-SD keine größeren Dateien produziert, muss der Grund dafür woanders liegen.
    Danke und Gruß
    mbloh

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Hallo mbloh!
      Danke für Deinen Kommentar 🙂
      Was Fat32 und exFat angeht:
      Du hast prinzipiell vollkommen recht: Mit exFat-Formatierung sollte die 4GB-Grenze eigentlich überschreitbar sein. Ich persönlich nehme eigentlich nie Videos auf, die eine solche Dateigröße erreichen, deshalb hatte ich dieses „Problem“ noch nicht.
      Außerdem benutze ich die P4 und nicht die P4p.
      Was Du versuchen kannst: Durchforste mal die Einstellungen der App (ich nutze Litchi und zumindest bei der P4 gibt es dort keine Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf FAT oder exFAT, aber vielleicht ist es in der Go-App bei der P4P ja anders). Oder stell mal beim Videoformat auf .mov – vielleicht klappt es dann mit größeren Videos.
      Ich habe mal bei einer DSLR die Erfahrung gemacht, dass eine kleinere Speicherkarte (in dem Fall war es eine CF-Karte) aus irgendwelchen Gründen in 4GB-Häppchen aufgeteilt hat, eine wesentlich größere CF-Karte in der gleichen Kamera dies aber nicht getan hat. Ich weiß bis heute nicht genau warum, aber vielleicht testest Du einfach mal eine andere (größere) Speicherkarte 🙂

      Antworten
  8. Peter Rost
    Peter Rost sagte:

    Moin, danke für die gute Anleitung !

    Kleine Anmerkung: Beim Phantom 4 Pro haben unterschiedliche Schärfe-Einstellungen (Stand März 2018) bei Full HD / 1080p keinerlei sichtbare Auswirkungen.
    Hier ist es leider tatsächlich erforderlich, auf 2.7k zu gehen und dort -2 beim Dreieck (Schärfe) einzustellen. Hier hat jemand den Effekt mit 4x Zoom gezeigt:
    https://www.youtube.com/watch?v=rVGfJdIczsc
    Wenn man es nachstellt, um die optimalen Settings herauszufinden, sollte man einen größeren Monitor nützen, bzw. ein TV Gerät.
    Mich hat wirklich überrascht, wie deutlich die Qualitätsunterschiede bei unterschiedlichen Schärfe-Einstellungen bei 2.7k bzw. 4k sind.

    Antworten
  9. Steffen P.
    Steffen P. sagte:

    Sehr interessanter Artikel.
    Manuelle Einstellungen sollen ja viel viel besser sein, als im Automatikmodus.
    Habe bei meiner Phantom 4 pro MANUELL Einstellungen gewählt, aber das Ergebnis ist sehr miserabel. Die Werte ändern sich laufend während des Fluges! Es wird mal hell, mal dunkel… ganz selten mal so wie es eigentlich werden soll. Liegt das etwa am Fluggerät oder an der App? Irgendetwas stimmt doch da nicht! Hast jemand einen Tipp für mich oder eine Erklärung für dieses Phänomen?
    Vielen Dank…
    Noch etwas anderes; ich habe mal die Kamera Einstellungen so gewählt, wie oben im Artikel beschrieben. Bei meiner P4 kann ich die Blende zwischen 2,8 und 11 wählen, auch die Verschlusszeit von
    8“ bis 8000. ABER den ISO-Wert kann ich nicht einstellen!!! Der steht bei 500.
    So richtig glücklich und zufrieden bin ich mit diesem Fluggerät oder der App oder den Einstellungsmöglichkeiten für die Kamera nicht.
    Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich (oder mehrere Tipps…) Ich würde mich sehr freuen; vielen Dank schon mal im Voraus.

    Antworten
    • Christian Mack
      Christian Mack sagte:

      Welche Werte ändern sich denn im manuellen Modus? Genau das sollte ja eben nicht passieren!
      Was die ISO 500 betrifft: Probier mal eine andere Einstellung als D-Log (oder generell kein Log-Format) einzustellen und guck dann mal, ob sich das mit der ISO löst. Habe mal gelesen, dass die 4 Pro den ISO-Wert in D-Log aus irgendeinem unerklärbaren Grund auf 500 festsetzt.
      VG
      Christian

      Antworten
  10. Martin
    Martin sagte:

    Ich könnte mir vorstellen, dass Steffen während des Fluges und des Filmens den gelben Kreis statt dem grünen Viereck für die Schärfe angewählt hat.
    Hier habe ich anfangs auch meine Verständnisschwierigkeiten gehabt.
    Wenn statt Schärfenautomatik die Blendenautomatik mit dem gelben Kreis zu sehen ist, ändert die Kamera selbständig je nach Motivhelligkeit die Blende. Ist das grüne Viereck zu sehen, erfolgt die Blendeneinstellung nur noch manuell über das Druck/Drehrad. Dann sollte sich auch der iss-wert festlegen lassen. Ist zumindest bei meiner P4P+ so.

    Antworten
  11. Thomas Uhlmann
    Thomas Uhlmann sagte:

    Hallo Christian,

    ich kann bestätigen, das die Phantom 4 Pro + den ISO-Wert auf 500 festlegt. Welche Einstellung empfiehlst du alternativ? True Color oder None? Und: ich – und bestimmt viele im Blog – wäre dir sehr dankbar, wenn du zu den Einstellungen unter dem Zahnrädchen ähnliche Empfehlungen geben könnstest, wie du es so toll bei Blenden- und Kameraeinstellungen getan hast. Danke dafür! Und zuletzt eine Frage: du schreibst, dass du die Genehmigung von NRW für deine Luftaufnahmen einholst. Ich mache selbst Image- und andere Filme und habe eine solche Regelung in der Drohnenverordnung nicht gefunden. Auch da würde ich mich sehr über eine Antwort freuen. Beste Grüße, Thomas!

    Antworten
  12. Christian Mack
    Christian Mack sagte:

    Hallo Thomas,
    da ich selber keine Pro fliege kann ich zum ISO-Problem nicht viel sagen, außer: Rätselhaft warum DJI das macht! Im Zweifel muss man dann halt die zu Hohe ISO mit einem ND Filter oder einer höheren Blendenzahl ausgleichen. „True Colour“ oder „None“ sind Ergebnisse von Updates, die es zum Zeitpunkt des Blogartikels noch nicht gab. Ich würde weiterhin empfehlen in einem LOG-Profil zufilmen, wenn man sich den Freiraum in der Postproduktion erhalten will. Wenn man sein Material nicht nachbearbeiten möchte oder kann, sollte man einfach schauen, welches Profil einem am besten farblich gefällt und ggf Anpassungen an Schärfe, Sättigung etc. vornehmen, bis es für einen passt. Da muss einfach dann jeder selbst probieren.
    Was die Genehmigung angeht: Vor der Drohnenverordnung war das alles noch etwas anders geregelt. Da hatte ich für NRW eine allgemeine Aufstiegserlaubnis beantragt und entsprechend gezahlt. Gibt’s so in der Form heute nicht mehr.
    VG
    Christian

    Antworten
  13. Thomas Uhlmann
    Thomas Uhlmann sagte:

    Hallo Christian,

    danke für deine rasche Antwort! Grundsätzlich muß einfach mal gesagt werden, dass die Informationspolitik von DJI mehr als dürftig ist. Brauchbare Manuals sind weder schriftlich noch als Videos vorhanden. Man muß sich alles selbst zusammenstoppeln. Die wenigen mitteilungsbereiten und professionellen Helfer wie du sind da die einzige Rettung. Aber trotz allem: technisch finde ich die Phantom genial und in Preis/Leistung unschlagbar.

    Grüße an alle verantwortungsvollen Mitpiloten – Hals- und Rotorbruch oder was man so wünscht,
    Thomas!

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